![]() Blick auf den Sägetisch |
Die Steinsäge ist eigentlich gar keine Säge, aber die Bezeichnung ist zu Gewohnheit geworden. Denn hier wird nicht gesägt, sondern durch einen Granit geschliffen (daher auch der Name Steinschleif- oder Steinschneidemühle und nicht Steinsägemühle). Da die Schleifmühle in der Mehrzahl Granite verarbeitete, ist auch heute ein Granitblock auf einem Tisch in einem Gipsbett befestigt. In den starken Holzrahmen, der von einer Schubstange hin und her bewegt wird, sind zwei geschmiedete, ungezahnte Bandeisen eingespannt. Das Steinschneidegatter läuft auf hölzernen Rollen in einer Führung im Untergestell, dem Bock. Die Blätter erhalten Druck durch den schweren Spannrahmen. Mit Hilfe von Wasser wird nun Quarzsand unter die sich hin und her bewegenden Eisenblätter gespült und mit der Bewegung durch dem Stein gerieben wird. So schmirgelt der Sand allmählich einen Schlitz in den Stein. Wie zeitaufwändig diese Art des Schneidens des extrem harten Granit war, geht aus einer Bittschrift des Steinschleifers Pommerencke vom 27. Juni 1868 an den Großherzog hervor, in der dieser mitteilt, dass er an der Fertigung des Sarkophags für den 1837 verstorbenen Großherzog Friedrich Franz I. jahrelang gearbeitet habe. Dabei spielte die Qualität des Steins ebenso eine Rolle, wie die Schleifmittel oder der Wasserstand am Mühlenwehr, der oftmals so niederig war, dass das Wasserrad still stehen musste. Zwar entsteht schon durch diese Methode des Steinschneidens eine relativ glatte Schnittfläche, diese aber musste durch anschließendes Schleifen und Polieren weiter vergütet, also auf Hochglanz gebracht werden. |
Geschnittener Granit beim Herausheben Fotos: Archiv Schleifmühle |
Zum Jahrtausendwechsel war auch der in der Schleifmühle seit 1985 zu Schauzwecken bearbeitete Granitstein soweit durchtrennt, daß er gewechselt werden mußte. Das Foto zeigt die Schnitte der beiden Eisenblätter durch den Stein. Mit starken Ketten und unter Nutzung der Hebekraft des Sägerahmens wurde die Grundplatte mit dem Stein herausgehoben. Anschließend mußte der Stein durch das Einschlagen von Holzkeilen in die Sägeschnitte gespalten werden. Der geteilte Stein befindet sich heute in der Ausstellung in der Schleifmühle. |