Kunstwerke für Mecklenburgs Schlösser und Kirchen
| Während ihres Betriebes als Steinschleiferei wurden in der Schweriner Schleifmühle vorwiegend heimische Gesteine, sogenannte »nordische Geschiebe«, Granite und Porphyre aus Skandinavien, bearbeitet.
Auch Sandstein und Marmor bildeten hin und wieder die Rohmaterialien. Die Granite und Porphyre hatten sich nach dem Abschmelzen der eiszeitlichen Gletscher im ganzen nördlichen Mitteleuropa abgelagert. Findlinge aus der unmittelbaren Umgebung Schwerins, so beispielsweise vom Ostufer des Schweriner Sees bei Görslow, aber auch von den Feldern des ganzen Herzogtums fanden ihren Weg zur Verarbeitung in die Schweriner Schleifmühle. Mit seiner langjähigen Erfahrung und seinen Kenntnissen entschied der Stenschleifer über die Brauchbarkeit insbesondere großer Findlinge. Diese wurden dann noch am Fundort grob behauen, um dann von dienstpflichtigen Bauern auf Fuhrwerken in Schleifmühle gebracht zu werden. |
Sarkophag für den mecklenburgischen Herzog Friedrich in der Stadt-und Hofkirche zu Ludwigslust (Ende 18.Jh.) |
Taufbecken in der Schloßkirche |
Unter schwierigen Arbeitsbedingungen und mit einfachen Gerätschaften schufen Steinschleifer und Tagelöhner unter Anleitung des Schleifmühleninspektors wahre Kunstwerke. So entstanden für die Schlösser in Schwerin und Ludwigslust, für die Sommerresidenzen in Heiligendamm und Bad Doberan Konsolen, Tischplatten, Fensterbänke, Kaminverkleidungen, Schrankborten und Treppenstufen. Einige aus Granit gefertigte Tischplatten gelangten sogar an den Berliner Hof. |
Spielbrett aus Granitmosaik im Schloss Ludwigslust, gefertigt in der Schleifmühle |
Unter der Leitung von Inspektor Conrad Friedrich Niedt wurden Minerale wie Achat, Amethyst und Jaspis, aber auch Bernstein zu Schmuckstücken verarbeitet. Seit Ende des 18.Jahrhunderts nahm die Herstellung von kleineren Kunstwerken wie Petschaften, Ringsteinen, Leuchtern, Vasen, Stockknöpfen, Briefbeschwerern, Dominosteinen und Schachbrettern zu, die beispielsweise als Souvenirs in den Ostseebädern zum Verkauf angeboten wurden. |
Schmuckkästchen aus dünnen, in Blei gefaßten Achatscheiben. (Leihgabe: Staatliches Museum Schwerin |